Frühling 2018

Juni 2018

Eine Libellengeschichte

Am 18. Juni  2018 entdeckte ich morgens am Gartenteich endlich mal wieder eine noch "bewohnte" Libellenlarve - ein echter Glücksfall. Meistens entdecke ich ja nur die leeren Hüllen (Exuvien). So konnte ich das Schlüpfen und die Entwicklung der Blaugrünen Mosaikjungfer fofografieren. Allerdings fand ich, dass die Larve sich einen schlechten Platz ausgesucht hatte, sie hing an einem fast waagerechten Blatt und damit recht absturzgefährdet, dachte ich mir. So war es dann leider auch... 

Zunächst habe ich über zwei Stunden zugeschaut und viele Fotos gemacht. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Libelle sich aus der Hülle befreit, wie die Beine sich nach und nach strecken. Dann hängt die Libelle eine ganze Weile kopfüber da, den Hinterleib noch in der Hülle. Plötzlich richtet sie sich dann auf, umklammert mit den Beinen das Blatt oder die Hülle und zieht den Hinterleib heraus. Das alles geht blitzschnell, man bekommt es kaum mit. Und dann beginnen die Flügel zu wachsen. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell das geht. In 20 Minuten etwa hatten sie ihre Größe erreicht. Dann passierte erst mal nicht mehr viel. Die Flügel müssen sich "entknittern", das dauert eine Zeit. So habe ich endlich erst mal gefrühstückt...

Als ich dann wieder zum Teich kam, lag die Libelle leider auf einem Seerosenblatt - sie war abgestürzt. Zwischen den beiden Fotos liegen ca. 40 Minuten. Das war's, dachte ich. Aber als ich nach weiteren 40 Minuten wieder nachschaute, hatte sie sich doch tatsächlich aus dem Wasser gezogen und hing an der Unterseite eines Seerosenblattes. Die Flügel wirkten allerdings recht mitgenommen, so dass ich der Libelle keine Chance gab, davon fliegen zu können. Am Abend hing sie immer noch dort, und auch den ganzen nächsten Tag.Am 20. Juni morgens fand ich sie immer noch vor, inzwischen mit ausgebreiteten und klaren Flügeln. Sie muss dann wohl versucht haben zu fliegen, denn ich fand sie zwei Stunden später leider auf einem Seerosenblatt liegend vor. Ich weiß nicht genau, wann ich noch mal nach ihr schauen wollte, aber sie war weg! ich konnte sie nirgends auf den Blättern entdecken. Ob sie es wohl doch noch geschafft, hat davon zu fliegen...?

Zum Glück habe ich am selben Tag aber auch die folgende Beobachtung machen können.

18. Juni 2018

Zu meiner ganz besonderen Freude habe ich endlich auch die Drehung einer Libelle fotografieren können. Das habe ich erst ein paar Tage später am Laptop entdeckt. Bewusst gesehen hatte ich es nicht. Umso größer die Freude über diese Aufnahmen. Es sind ja nur Bruchteile einer Sekunde, denke ich. Den Serienaufnahmen sein Dank... Und faszinierend zu beobachten, wie schnell die Flügel "wachsen".