Juni 2026 in Butjadingen

                                                         Mein Erlebnis mit einer Falkenfamilie

Paarung der Turmfalken
Paarung der Turmfalken

Mai/Juni 2026 in Butjadingen:

Wieder einmal habe ich Urlaub an meinem Lieblingsort gemacht. Diesmal war das Highlight die Turmfalkenfamilie auf dem ehemaligen Bauernhof. Ich konnte sie aus der Ferienwohnung heraus beobachten und wunderschöne Fotos machen. Ein echter Glücksfall!

Als ich im April dort war, habe ich die Paarung der Turmfalken fotografieren können. Als ich nun dort war, waren die sechs jungen Falken noch im oder nah am Nest unter dem überhängenden Scheunendach. Aber am Morgen des dritten Urlaubtages bekamen wir Besuch auf unserer Terrasse: einer der jungen Turmfalken saß plötzlich da. Wie er das geschafft hat, wo er noch gar nicht richtig fliegen konnte? Aber irgendwie muss er die Entfernung fliegend überwunden haben, denn das Nest war an einem anderen Gebäude.

Das Nest war leer, alle sechs Jungvögel waren an dem Morgen ausgeflogen. Aus den Nestlingen waren Ästlinge geworden. 

Ich habe mich dann auf die Suche nach den anderen Jungen begeben, konnte aber insgesamt nur drei entdecken. Wo die anderen drei geblieben sind, habe ich in den zwei Wochen leider nicht herausfinden können. Ich hoffe, dass auch sie noch leben. Jedenfalls sollen sich auch beim Nachbarn Junge aufgehalten haben. Da ich meistens nur das Männchen bei der Fütterung der drei Jungen beobachtet habe, kam mir  der Gedanke, ob die Altvögel die sechs Jungen vielleicht unter sich aufgeteilt haben und die anderen drei mit der Mutter beim Nachbarn waren. In der Literatur konnte ich aber über solch ein Verhalten leider nichts finden. 

Anfangs hatte ich Probleme, überhaupt heraus zu finden, wie viele Jungvögel ich sah, ob es immer ein anderer oder eher derselbe war. Aber nach und nach fand ich heraus, dass es drei waren.  Ich habe allein von ihrem ersten Tag außerhalb des Nestes so viele Fotos, dass mir die Auswahl sehr schwer fällt. 


Drei junge Turmfalken auf dem Dach der  alten Scheune
Drei junge Turmfalken auf dem Dach der alten Scheune

Als ich am 7. Juni 2026 in der Ferienwohnung ankam, hockten die sechs jungen Falken noch im oder neben dem Nest. Darüber war ich sehr glücklich. 

7. Juni: Sechs junge Turmfalken, zwei Tage vor dem Ausfliegen
7. Juni: Sechs junge Turmfalken, zwei Tage vor dem Ausfliegen

9. Juni 2026: Überraschender Besuch auf unserer Terrasse: plötzlich hockte da am Morgen ein junger Falke!

9. Juni 2026: Überraschender Besuch auf unserer Terrasse
9. Juni 2026: Überraschender Besuch auf unserer Terrasse

9. Juni 2026: Der erste Tag der jungen Falken außerhalb ihres Nestes. Neugierig erkundeten sie zu Fuß ihre Umgebung. Aber sie versuchten sich auch schon mal im Fliegen, zumindest einen Baumstamm hoch. Ich bin an dem Tag immer nur zwischen den drei Jungen hin-  und hergelaufen, um sie zu fotografieren und auch einfach nur zu beobachten. Das war ein wirklich wunderbares und besonderes Erlebnis. 

Ein Jungvogel lief auf dem Hof herum, auch auf der zwar nicht oft befahrenen Straße, so dass ich schon Angst hatte, dass ihm etwas passieren könnte. Er wurde immer wieder von den auch auf dem Hof nistenden Rauchschwalben attackiert. 

9. Juni 2026: Ein Jungvogel hielt sich am Boden unterhalb des Nestes auf und bettelte um Futter. Das Männchen kam zu ihm, aber soweit ich sehen konnte,  wohl ohne Beute.

Am Abend des 9. Juni sah ich von der Wohnung aus das Männchen mit einer Maus im Rosenbeet. Es schien sie dort zu verbuddeln. Die jungen Falken sollten sie wohl suchen, nahm ich an. 

12. Juni 2026: Nachdem ich am 10. und 11. Juni keinen einzigen Jungvogel entdecken konnte, war ich schon ein bisschen beunruhigt. Allerdings sah ich das Männchen immer wieder auf den Dächern  der Hofgebäude. Meistens putztet es ausgiebig sein Gefieder oder beobachtete die Umgebung. Auch mit Beute, die es wohl für die Jungen zerlegte, sah ich es. Deshalb vermutete ich die Jungen in der Nähe. Sie schienen sich gut versteckt zu haben. 

Am 12. Juni endlich sah ich dann zu meiner großen Freude endlich wieder einen jungen Falken. Er war zwischen den Obstbäumen unterwegs und schaute immer wieder nach oben, als würde er überlegen, wie er wohl in einen Baum kommen könnte. Das schaffte er schließlich auch, mehr hüpfend als fliegend. Und am Nachmittag entdeckte ich dann einen Jungvogel auf dem Scheunendach! Wahrscheinlich war es derselbe, der es noch eine Etage höher geschafft hat - vom Baum auf das Dach! 

Am Abend des 13. Juni (es dämmerte schon) saß ein Jungvogel auf dem Findling vor dem Gartenzaun. Er stieß immer wieder Bettelrufe aus, schien auf Futter zu warten, und trainierte immer wieder seine Flügel. 

14. Juni 2026: Ein Jungvogel hat es sich in der Thuja direkt an der Hauswand, gemütlich gemacht. Stundenlang hat er darin gehockt , ist vom Männchen mit Mäusen versorgt worden. 

15. Juni 2026:  Wegen des windigen und kalten Wetters schienen die jungen Falken Schutz neben bzw. auf dem Kamin des Wohnhauses zu suchen. Vielleicht war es da auch etwas wärmer. Sie verspeisten gemeinsam eine Maus. Was mir immer wieder auffiel: sie stritten nicht um die Beute, sondern schauten einander beim Fressen zu und wechselten sich ab. Jeder bekam etwas ab! 

15. Juni 2026: Es war einfach zu schön zu beobachten, wie die jungen Falken sich auf dem Schornstein aneinander kuschelten und geduldig auf Futternachschub warteten. Von Zeit zu Zeit kam das Männchen dann auch mit einer Maus angeflogen.

Man  könnte fast meinen, die Geschwister schmusten miteinander. Der eine der beiden wollte dann aber lieber noch eine Etage höher und flog hoch auf den Schornstein. 

16. Juni 2026: An dem Tag sind mir die wohl schönsten Aufnahmen eines jungen Turmfalken gelungen. Es war ein windiger Tag, die Jungen suchten Schutz beim Schornstein des Wohnhauses. So konnte ich von unserer Terrasse im 1. Stock formatfüllende Nahaufnahmen machen. Der junge Falke saß vielleicht 2-3 Meter von mir entfernt auf dem Dach, zeigte auch überhaupt keine Scheu, schaute mich eher neugierig an, wie es mir schien. Was für ein wunderschönes Erlebnis! Etwas früher konnte ich an gleicher Stelle schon zwei junge Falken fotografieren. 

18. Juni 2026: Nun, bei der Sichtung meiner Fotos, entdeckte ich dann zu meiner großen Freude doch auch einmal das Weibchen, wie es einem Jungvogel eine Maus brachte und eine Weile bei ihm blieb. 

Das Turmfalkenweibchen mit einem Jungvogel
Das Turmfalkenweibchen mit einem Jungvogel

20. Juni 2026: Das Turmfalkenmännchen versorgte die jungen Falken jeden Tag fleißig mit Beute, meistens Mäusen. Vom Fenster der Ferienwohnung hatte ich immer einen guten Blick darauf, wie die Jungvögel die Beute auf dem alten Scheunendach vertilgten. Das schien ihr Lieblings-Essplatz zu sein. 

Der Jungvogel hatte die eine Maus noch nicht verputzt, das kam der Altvogel schon mit der nächsten Maus angeflogen.

Währenddessen sah ich auch wieder das Weibchen, das aus einer nahe stehenden hohen Pappel die Aktion zu beobachten schien. Von diesem Baum aus hätte es auch durchaus die anderen drei jungen Falken beim Nachbarn im Blick haben können. Dies würde meine Vermutung bestätigen, dass die Jungen aufgeteilt worden waren. 

21. Juni 2026: Als ich an unserem Abreisetag morgens aus dem Fenster schaute, sah ich die drei jungen Falken im Hochbeet. Sie schienen dort etwas zu suchen. Nach einigen Minuten sah ich dann auch, wonach sie gesucht hatten. Der Altvogel hatte wohl eine Maus im Hochbeet versteckt, die Jungen sollten nach der Beute suchen - wohl der nächste Lernschritt für sie, nachdem ihnen in den ersten Tagen außerhalb des Nestes die Beute noch übergeben worden war. 


April 2026 in Butjadingen - Beginn meiner Falkengeschichte

23. April 2026: Mein "Falken-Kino" war ein großes Geschenk in diesem Urlaub. Heute konnte ich die Futterübergabe beobachten und fotografieren: das Männchen saß mit einer Maus auf dem Dach und rief nach dem Weibchen. Das kam schließlich auch angeflogen, die beiden saßen kurz zusammen da, dann flog das Weibchen mit der Maus davon. Welch schöne Beobachtung!

19. April: Paarung der Turmfalken auf dem Dach der alten Scheune. Ich konnte sie von meiner Ferienwohnung aus beobachten. Welch ein Glück! 

Das Männchen sah ich oft auf dem Dach sitzen, es putzte sich meistens ausgiebig und beobachtete dabei immer wieder die Umgebung. Im Sonnenlicht sah das besonders schön aus.  Das Weibchen saß wahrscheinlich irgendwo in der Nähe auf dem Nest. Wo das ist, wusste ich nicht.